Vermissen und vermisst werden – Urlaub vom FSJ

„Das Leben ist ein Bumerang: man bekommt zurück, was man gibt.“ (Dale Carnegie) Sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis, jeder Mensch hat seinen Platz, seine Eigenarten, Züge, die geschätzt und kritisiert werden. Jeder Mensch hat diesen Platz, weil er durch etwas ausgezeichnet wird, das seine Taten und Charakterzüge ihm verleihen. Dieser Platz kann sich ändern, da Menschen sich stets in einem Entwicklungsprozess befinden, über sich hinauswachsen und auch Fehler begehen. Die direkte Reflektion über unseren Platz bekommen wir von unserer Umgebung. Unsere Mitmenschen reagieren auf uns. Sie bestätigen uns in dem was wir tun oder aber, regen uns zum nachdenken an, wenn Dinge nicht gut laufen. Vor allem Kinder handeln sehr emotional und  geben uns ungeschönt das zurück, was wir ihnen geben.

Michelle mit SOZIALE BERUFE ShirtHallo ihr Lieben, ihr habt nun seit etwa drei Wochen nichts mehr von mir gehört, da ich erst zwei Wochen krankgeschrieben und anschließend gleich im Urlaub war. Dementsprechend war ich auch solange nicht mehr in meiner KiTa „Elfriede Westphal“. Mittwoch war mein erster Arbeitstag nach diesem längeren Zeitraum, auf den ich mich wirklich sehr gefreut habe. Ich habe die Kinder vermisst, meine Kollegen vermisst, den Kindergartenalltag vermisst. Und ich war auch gleich wieder mittendrin.

Im Frühdienst lag ich wie so oft auf dem Teppich in der Gruppe, zwei Kinder auf meinen Beinen, eins auf dem Bauch, links und rechts eins und natürlich hinter mir, das an meinen Haaren spielte. Rollenspiele, kitzeln, „Michelle guck mal, mein Wackelzahn ist draußen“  und strahlende Kindergesichter, die mir entgegenlaufen und mir in den Arm springen, waren mein Start in den Tag. Trösten und kuscheln durften natürlich auch nicht fehlen.

Draußen bei dem schönen Wetter wurde natürlich fangen gespielt. Alle Kinder gegen Michelle, was auch sonst. 🙂 Aus zwei, drei Kindern wurden immer mehr und wir stürmten über das ganze Außengelände. Die Kleinen sprangen auf mich drauf, wir kitzelten uns gegenseitig aus und es machte einfach riesigen Spaß, wieder da zu sein. Ich vergesse teilweise, dass ich die „Erwachsene“ bin, und bin total in meinem Element.  Es ist dann auch einfach total lustig, auch mal aus dem Rahmen zu fallen und die Kids ein bisschen zu ärgern. Als ich mit einem Mädchen „Mutter und Kind“ im Sandkasten gespielt habe ( ich war natürlich das Kind 😉 ), habe ich die ganze Zeit ihre Sandförmchen ausgekippt und umgeschmissen. Sie war immer zwischen völliger Empörung und lachen hin- und hergerissen, das machte die ganze Situation umso witziger. 🙂

Diese Woche hat mit wirklich deutlich gemacht, dass jeder seinen Platz hat und wo mein Platz ist. Eine meiner Kolleginnen sagte draußen zu mir, als ich mitten am rumtoben und rumalbern mit den Jungs war: „Oh Michelle, du hast hier wirklich gefehlt!“ Sie hat mich dabei total angestrahlt, das hat mir wirklich viel bedeutet. Ich bin in meinem FSJ super glücklich, gehe gerne zur Arbeit, spiele leidenschaftlich gerne mit den Kindern und versuche ihnen zu geben, was sie gerade brauchen. Das ist mein Platz und ich bekomme auch entsprechende Reaktionen zurück. Solche Aussagen wie von meiner Kollegin und strahlende Kindergesichter… 🙂

Zum Leben gehört es aber natürlich auch dazu „Platz zu machen“. Mittwoch war Schnuppertag für die 13 neuen Kinder des kommenden Kindergartenjahres. Das zeigt natürlich schmerzlich, dass die Zeit rasend schnell vergeht. In 1,5 Monaten muss ich den Kindergarten verlassen und es werden neue FSJler kommen, die auch einen Platz einnehmen werden. Ich hingegen, werde in meinem Studium einen neuen Platz finden. Bis dahin genieße ich die restliche Zeit, gebe was ich kann und freue mich über das, was ich zurückbekomme. 🙂

Liebste Grüße, Michelle! 🙂

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