Krankenpfleger Marten (34): „Eine vierjährige Pflegeausbildung wäre gut“

Die Bundesregierung, viele Verbände und Pflegeeinrichtungen arbeiten seit Jahren daran, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und die Wertschätzung in der Öffentlichkeit zu steigern – darunter auch die Diakonie. Aber kommen die Bemühungen auch wirklich an der Basis an? Reicht das, was wir tun, und wissen die Pflegekräfte davon? Marten (34) ist Krankenpfleger im DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus Bremen und findet: Nein.

Was müssen wir tun, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen?

Er muss familienfreundlicher, stressfreier und besser bezahlt werden. Und der breiten Bevölkerung muss vermittelt werden, dass es ein Beruf mit großer Verantwortung ist. Europaweit genießt der Pflegeberuf ein viel höheres Ansehen als bei uns.

Es gibt schon viele Pflegekampagnen mit dieser Botschaft. Reicht das nicht?

Nein. Nehmen wir das Beispiel des Unerhört-Forums der Diakonie in Bremen. Ich fand, dass dort meine Perspektive als Pfleger kein Gehör fand. Es ging um berufspolitische Anliegen, die Hauptgesprächspartner waren die Herren der Krankenkassen und der Diakonie. Alle sprachen sehr vorsichtig und umschifften die Probleme, so dass sich niemand angegriffen fühlen sollte. Der ursprüngliche Grund für die Veranstaltung, nämlich Ehrenamtliche und Pflegekräfte für ihre Arbeit zu loben, kam viel zu kurz. Die Obrigkeiten haben die Fähigkeit verloren, auf die Basis zu hören.

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Weiterbildung: Master „Systementwicklung Inklusion“

Inklusion ist ein Menschenrecht. Doch wie kann es gelingen, sie umzusetzen und zu etablieren? An der Evangelischen Hochschule Darmstadt wurde ein Studiengang eingerichtet, der Kompetenzen für diesen Prozess vermitteln soll: der Weiterbildungs-Master „Systementwicklung Inklusion“. Wir haben mit Studiengangskoordinatorin Laura Wallner über Inhalte, Bewerbungstipps sowie erste Erfolge gesprochen. Aktuelle Veranstaltungstipps zum Thema, Januar 2019: Am 31.1.19 gibt es in der Ev. Hochschule Darmstadt einen Vortrag des Weiterbildungs-Masterstudiengangs Systementwicklung Inklusion: „Inklusion ist ein Menschenrecht. Von der Utopie zur Praxis“. Am 1.2.19 eine Fortbildung „Der Beitrag von Organisationen zur Überwindung der Ausgrenzung“.

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Flamur (26) aus dem Kosovo: „Meine Mutter und Geschwister zurückzulassen war das Schwerste“ (English version available)

Damit Flamur und zahlreiche weitere junge Menschen aus dem Kosovo im Rahmen eines Projektes der Diakonie Württemberg nach Deutschland kommen und die Altenpflege-Ausbildung machen können, müssen viele bürokratische Hürden überwunden werden. Es werden Unterlagen übersetzt, Visaanträge eingereicht und die Schulzeugnisanerkennung beantragt. Trotz guter Beziehungen zu den einzelnen Akteuren erlebt die Steuerungsgruppe jedes Jahr wieder Änderungen im Prozess und somit Überraschungen, die zu meistern sind. Die Vorschriften für die Deutschkenntnisse wurden verschärft, die Visa für Nachrücker im Projekt abgelehnt, die Schulzeugnisanerkennung zu spät ausgestellt, weil die Wartezeiten inzwischen bei 14 Monaten liegen. Doch mit viel Geduld gelingt es am Ende doch, und so konnte Flamur als einer der ersten Projektteilnehmer seine Ausbildung bei der  Evangelischen Heimstiftung erfolgreich abschließen.  

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Ruzhdi (21) aus dem Kosovo: „Ich war neugierig darauf, etwas Neues zu erleben“ (English version available)

Mehrere Dutzend junge Menschen aus dem Kosovo machen in der Evangelischen Heimstiftung ihre Ausbildung zum Altenpfleger. Das Projekt der Diakonie Württemberg, im Rahmen dessen sie nach Deutschland kommen, geht einschließlich Vorbereitungsjahr über vier Jahre. Wenn alle bürokratischen Hürden geschafft sind und die sprachliche Entwicklung erfolgreich war, beginnt die Ausbildung zusammen mit deutschen Azubis. Die ersten Tage sind für alle Beteiligten ereignisreich. Es wird gelernt, wie öffentliche Verkehrsmittel funktionieren und wie man ein Bankkonto eröffnet. Die Projektteilnehmer sind mit komplizierten Wörtern wie Steuer-Identifikationsnummer und Anmeldebestätigung konfrontiert. In dieser Phase ist der Kontakt zur Heimat sehr wichtig, daher wird eine Internetverbindung eher gesucht als der nächste Supermarkt. Ruzhdi Canaj ist einer der Projektteilnehmer der allerersten Runde und hat gerade seinen Abschluss gemacht!

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Albina (24) aus dem Kosovo: „Ich bin stolz darauf, wie weit ich gekommen bin“ (English version available)

Bei der Diakonie Württemberg läuft seit vier Jahren ein Projekt, in dem junge Menschen aus dem Kosovo nach Deutschland vermittelt werden, um hier eine Altenpflege-Ausbildung zu machen. Im Vorbereitungsjahr lernen sie zunächst Deutsch, im Frühjahr vor dem Ausbildungsbeginn im Herbst besuchen die zukünftigen Azubis ihre zukünftigen Einrichtungen. In zehn Tagen können sie sich ein erstes Bild machen von Deutschland, von den Pflegeheimen und den Fachschulen und von all dem, was sie erwartet. Zur Hospitation gehört sowohl die Mitarbeit in den verschiedenen Diensten als auch das Kennenlernen der zukünftigen Kollegen, Bewohner und Mitschüler. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz! Bei einem Ausflug zum Frühlingsfest, zum Mercedes-Museum oder zur örtlichen Stadtmitte kann mehr über die deutsche Kultur lernen als in jedem Klassenzimmer. Albina Mrasori gehörte zu den ersten Projektteilnehmern und hat gerade bei der Evangelischen Heimstiftung ihren Abschluss als Altenpflegerin gemacht!

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