Servicehelferin Madeleine (21): Für kein Geld der Welt würde ich meinen Arbeitsplatz hergeben! (20.1.14)

Mit einem Hauptschulabschluss habt ihr in Baden-Württemberg eine neue Möglichkeit, in die Welt der sozialen Berufe einzusteigen: die Ausbildung zum Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen. Madeleine (21) steckt mitten in der Ausbildung zur Servicehelferin und erzählt euch in ihrem Erfahrungsbericht darüber! Und hier haben wir auch noch ein Interview mit Ausbildungsleiterin Bettina Müller-Krimm und allen Hintergrundinfos zur Ausbildung.

madeleine„Nichts verändert sich, bis man sich selbst verändert. Und plötzlich verändert sich alles.“ So geht ein Spruch, den ich mal gehört habe und der auf mein Leben hundertprozentig zutrifft. Mariaberg und die Ausbildung zur Servicehelferin haben mein Leben verändert! Und trotzdem bin ich immer noch ich.

Wenn ich morgens um 6:30 Uhr meinen Dienst beginne, bin ich oft noch etwas muffelig. Doch dann blicke ich in die Augen meiner Klienten. Sie strahlen Wärme und Freude aus. Jeder einzelne von ihnen hat eine besondere Geschichte, die sie alle mit mir teilen möchten.

Ich bin 21 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr zum Servicehelfer im Gesundheits- und Sozialwesen. Meine Aufmerksamkeit, Ausdauer und Liebe schenke ich 24 Menschen mit Behinderung in einer Außenwohngruppe in Burladingen. Täglich sorge ich dafür, dass sie ausreichend frühstücken, festes Schuhwerk anhaben, pünktlich auf den Bus kommen und mit einem kleinen Lächeln in den Tag starten. Ab und an tröste ich Tränen, koche Tee gegen Bauchschmerzen und versuche, die kleinen, aber schlimmen „Problemchen“  wegzuzaubern.

Wie es dazu kam? Nun, nachdem ich die Kaufmännische Schule abgeschlossen hatte, wusste ich nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Dass ich einen sozialen Beruf erlernen würde, war mir schon seit meiner Kindheit bewusst. Meine Chancen waren allerdings sehr gering, da meine schulischen Noten nicht als Voraussetzung für eine der klassischen sozialen Ausbildungen reichten. Doch dann gab es auf einmal die neue Ausbildung zum Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen und ich wusste: Das ist die Chance für eine Zukunft! Und diese Chance wollte ich unbedingt nutzen.

Die Zusage flatterte wenige Wochen später ins Haus und ich durfte in der Außenwohngruppe in Burladingen einen Hospitationstag absolvieren.Und jetzt, ein Jahr später, sitze ich hier auf meiner Gruppe und weiß, es hätte mir nichts Besseres passieren können. Hier fühle ich mich wohl, hier gehöre ich hin. Für kein Geld der Welt, würde ich meinen Arbeitsplatz hergeben!

Die Ausbildung zur Servicehelferin im Sozial- und Gesundheitswesen bietet Menschen wie mir die Möglichkeitzu zeigen, dass nicht nur schulische Leistungen wichtig sind. Dadurch bekommt jeder die Chance zu zeigen, was er wirklich kann. Schließlich hat die Binomische Formel der Mathematik nichts mit dem Charakter und den Stärken eines Menschen zutun, die er bereit ist, in solch einem Beruf zu beweisen. Für mich ist diese Ausbildung ein Riesenerfolg, denn dadurch bekomme ich die Möglichkeit, mich noch weiterzuentwickeln! Ich kann im September 2014 die Ausbildung der Altenpflege Plus (das ist eine Altenpflegeausbildung mit Verknüpfung zur Behindertenhilfe) in Mariaberg beginnen. Außerdem weiß ich dank dieser Ausbildung jetzt, wer ich bin und was ich sein möchte: ein wichtiger Teil von Mariaberg.

Hier alle Infos zur neuen Servicehelfer-Ausbildung!

Azubine Maja

Veröffentlicht von

34 Jahre alt, Referentin Jugendkommunikation Online beim DW EKD

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  1. Oh ja maddi ich weiss wovon du sprichst mir geht es genauso in dieser ausbildung ich bin froh das es die servicehelfer ausbildung gibt

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