In fünf Jahren kann viel passieren: Wer Diakon*in werden möchte, braucht Durchhaltevermögen

Fünf Jahre Ausbildung – das hält man nur durch, wenn man einen Beruf wirklich, wirklich will. So wie die 16 jungen Menschen, die soeben ihre Ausbildung zum Diakon und zur Diakonin bei der Diakonie Rummelsberg angefangen haben. Während andere sich noch im Urlaub in den Bergen, am See oder Meer in den Ferien tummeln, strömt viel auf die sechs Männer und zehn Frauen ein, deren ersten Etappe ihrer fünfjährigen Berufsausbildung gerade begonnen hat.

Mit dem Einführungsseminar hat für sechs Männer und zehn Frauen soeben die Ausbildung zum Diakon/ zur Diakonin in Rummelsberg begonnen – hier zusammen mit ihren Studienbegleitern Brüderhausleiter Diakon Klaus Buchner (links), Diakonin Lotte Mahlmann (3. von links) und Diakonin Carola Reichel (2. von rechts). Foto: Dorothée Krätzer

Ankommen, die anderen im Seminar kennenlernen, genauer erfahren und erleben, was das Leben in der Brüderschaft beziehungsweise Diakoninnengemeinschaft bedeutet: Darum geht’s im Einführungsseminar. Zudem erfahren die Auszubildenden mehr über die Arbeitsfelder ihres zukünftigen Berufs, bekommen Einblicke in die Geschichte und Strukturen Rummelsbergs und der Rummelsberger Diakonie – diese ersten Tage haben es in sich. Gut, wenn man erfahrene „Insider“ wie Diakon Klaus Buchner, Leiter des Brüderhauses, und die Diakoninnen Lotte Mahlmann und Carola Reichel als Studienbegleiterinnen dabei zur Seite hat. Nach diesen einführenden Wochen geht es ins Grundseminar mit der Ausbildung in biblischer und diakonischer Theologie und einem Praktikum. Es ist die erste der drei Studienphasen, an deren Ende die doppelte Qualifikation – theologische Ausbildung und staatlich anerkannter Sozialberuf – und der Bachelor in „Diakonik“ stehen.

Aus den verschiedensten Dekanaten Bayerns kommen die jungen Leute nach Rummelsberg. Die meisten bringen wie Yvonne Meier (18) aus Selb und Kai-Uwe Starke (19) aus Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf) viel Erfahrung in der evangelischen Jugendarbeit mit. Waren sie anfangs noch selbst Mitglieder in Jugendgruppen, übernahmen sie zunehmend mehr Verantwortung. „Als ehrenamtliche Leiter bei Freizeiten und als Jugendleiter mit Grundkurs“, sagt Yvonne. Bei beiden blieb es nicht dabei, denn ein Engagement im Leitenden Kreis, der Jugendkammer oder im Kirchenvorstand geht über das Übliche hinaus. Diese Erfahrungen und die Begegnungen mit den Diakonen in ihren jeweiligen Dekanaten haben beide geprägt. Nun soll aus dem Ehrenamt der Beruf werden.

In welchem der vielen Arbeitsfelder wollen sie später arbeiten? Yvonne könnte sich gut Jugendarbeit, aber ebenso die Arbeit mit alten Menschen, auch mit an Demenz erkrankten Seniorinnen und Senioren, vorstellen. Kai-Uwe zieht es eher in die Gemeinde- und Jugendarbeit, eventuell in den Bereich Jugendhilfe. Er half bereits früher in einer Krisensituation, eine Erfahrung mit Seelsorge, die ihn geprägt hat. Doch in fünf Jahren Ausbildung kann noch so viel passieren, finden beide, und sagen, dass sie offen sind für das, was kommt.

Alle unsere Ausbildungsstätten für Diakon*innen findet ihr hier!

Text: Diakonie Rummelsberg/Dorothée Krätzer

Azubine Maja

Veröffentlicht von

34 Jahre alt, Referentin Jugendkommunikation Online beim DW EKD

Schreibe einen Kommentar