Fragen aus unserer Berufsberatung: Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäter – wo bitte ist denn da der Unterschied? Und: Welches ist der anspruchsvollste soziale Beruf?

Gerne beraten wir euch zu euren Fragen rund um die sozialen Berufe – über WhatsApp, Facebook oder per Mail an sozialeberufe@diakonie.de. Hier eine Auswahl an häufigen Fragen – vielleicht ist die richtige Antwort schon dabei?

Saskia: Eine für mich sehr wichtige Frage ist, ob es einen sozialen Beruf gibt, bei dem man ein bisschen mehr draufhaben muss? Ich würde nämlich gern einen Beruf ausüben, wo sich auch meine Anstrengungen und guten Noten lohnen. Ich bin auch bereit zu studieren.

HandAntwort: In dem Fall kommen für dich tatsächlich die Sozial- und Pflegestudiengänge infrage. Es gibt Erziehungsstudiengänge (z.B. Hortpädagogik), Pflegestudiengänge, Diakoniestudiengänge, Managementstudiengänge (z.B. Management im Sozialwesen), Heilpädagogikstudiengänge, Religionspädagogik und natürlich den Klassiker Soziale Arbeit. Mit abgeschlossenem Studium kannst du in allen Arbeitsfeldern schneller Verantwortung übernehmen, in die Forschung oder in die Lehre gehen. Richtig anspruchsvoll ist natürlich auch die Entwicklungshilfe. Da arbeitest du im Ausland in einem Projekt. Der Weg dorthin ist lang und muss gut geplant werden.

Alexandra: Da ich dieses Jahr das Studium der „Sozialen Arbeit“ aufnehmen möchte und dafür ein Praktikum vorweisen muss, suche ich einen Praktikumsplatz für drei Monate im sozialen Bereich. Gerne würde ich dies in Brasilien machen.

HandAntwort: Praktikumsplätze in Brasilien kann die Diakonie leider nicht vermitteln. Wir haben jedoch FSJ-Plätze im Ausland. Für die Projekte vor Ort ist es schwierig, jemanden einzuarbeiten, der nach 3 Monaten schon wieder geht. Sie brauchen dort längerfristige Unterstützung. Hier und hier alle Infos zu unseren Auslandsangeboten.

Monique: Ich bin 24 Jahre jung und Mutter einer 4 jährigen Tochter und eines Zwillingspaares (1 Jahr alt). Ich habe vorher eine Ausbildung zur Fachkraft im Lebensmittelhandwerk angefangen, die ich durch Elternzeit und Aufgabe des Betriebes nicht beenden konnte. Ich möchte aber unbedingt eine Ausbildung haben. Habe aber leider nur einen Hauptschulabschluss. Ich liebe Kinder und habe fast täglich vier Kinder von Bekannten hier. Der Beruf Sozialpädagogische Assistentin würde mich richtig interessieren. Habe ich überhaupt eine Chance?

HandAntwort: Grundsätzlich haben wir erstmal alle Infos zum Einstieg mit Hauptschulabschluss in unserem Special zusammengefasst. Da gelten für dich als Quereinsteigerin dieselben Bedingungen wie für Schulabgänger. Die Ausbildung, die dich interessiert, heißt in einigen Bundesländern Sozialpädagogische Assistenz, in anderen Kinderpflege und in wieder anderen Sozialassistenz (wobei letzteres ein bisschen was anderes ist, das ist nämlich nicht nur eine Grundausbildung für Erzieher wie die anderen beiden, sondern man kann daran auch Alten- oder Heilerziehungspfleger anschließen). Bitte prüfe in unserem Ausbildungsstätten-Navigator, ob Kinderpflege (dazu gehört auch Sozialpädagogische Assistenz) oder Sozialassistenz bei dir in der Nähe angeboten werden und ob der Hauptschulabschluss in den Einrichtungen in deiner Nähe dafür reicht. Das ist nämlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wenn das nicht passt, findest du in unserem o.g. Special Alternativen, wie du mit Hauptschulabschluss in die sozialen Berufe einsteigen kannst.

Sina: Ich bin gerade im 3. Lehrjahr zur Medizinischen Fachangestellten und möchte mich danach noch weiterbilden, weil mir der Bereich in einer Arztpraxis zu wenig ist. Im Internet habe ich gesehen, dass man Kurse zum Rettungssanitäter machen kann. Was genau ist der Unterschied zwischen Rettungssanitäter und Rettungsassistent? Wo kann ich als Rettungssanitäter überall arbeiten?

HandAntwort: Der Rettungsassistent ist ranghöher als der Sanitäter. Der Assistent ist der Helfer des Notarztes und hat mehr Verantwortung, der Sanitäter ist der Helfer des Rettungsassistenten. Wichtig: Seit 2014 heißt der Rettungsassistent Notfallsanitäter! Den Notfallsanitäter kannst du hauptberuflich machen, der Rettungssanitäter ist nur eine Qualifikation, keine berufliche Ausbildung. Die beste Adresse, um diese Berufe zu lernen sind die Bildungsinstitute der Johanniter. Du findest sie in unserem Ausbildungsstätten-Navigator. In diesen Berufen arbeitest du im Notarztwagen oder als Betrieblicher Notfallsanitäter in einem großen Unternehmen oder du wirst Ausbilder und bildest selbst den Nachwuchs aus.

Patrick: Ich bin Landschaftsgärtner. Ich habe den Quereinsteiger-Test gemacht, weil ich schon länger mit dem Gedanken spiele, mich umschulen zu lassen. Jetzt habe ich gelesen, Vorpraktika gehen in jedem Alter, auch als Bundesfreiwilligendienst: Habt ihr dazu Stellenangebote, oder soll ich mich direkt an Einrichtungen wenden?

HandAntwort: Plätze für Freiwilligendienste in unseren Einrichtungen findest du entweder in unserer Stellenbörse, einfach bei Stellenart „FSJ-/BFD-Platz“ auswählen: http://www.soziale-berufe.com/stellenboerse. ODER: Hier bei den zentralen diakonischen Vergabestellen der Bundesländer http://www.soziale-berufe.com/bewerbung-fuer-fsj-und-bfd. ODER: Wie du schon vorschlägst, indem du direkt bei den Einrichtungen nachfragst. Üblicherweise beginnt ein Freiwilligendienst im August/September und du könntest dich erst für nächsten Sommer bewerben. Wenn du aber jetzt gleich schon loslegen willst, gibt es immer auch noch unbesetzte Stellen, die mitten im Jahr vergeben werden. Das müsstest du bei deiner Bewerbung oder am besten telefonisch deutlich machen, dass du an einem Start mitten im Jahr interessiert bist.

Anja: Ich bin 15 und überlege, ob ich Abitur machen soll oder nicht, da ich auf jeden Fall einen sozialen Beruf erlernen möchte und die meisten über eine Ausbildung gehen, d.h. man braucht kein Studium. Ich bin momentan kaum noch motiviert für die Schule. Ich habe bereits ein 3wöchiges Schulpraktikum im Kindergarten absolviert, das mir viel Spaß gemacht hat und in dem ich sehr gutes Feedback bekommen habe. Aber meine Betreuer meinen, ich soll es wegen der schlechten Bezahlung lieber lassen. Ich könnte mir auch den Ergotherapeuten vorstellen.

HandAlso wenn du jetzt schon keinen Bock mehr auf Schule hast, solltest du dich nicht bis zum Abitur quälen. Mit dem Mittleren Schulabschluss kannst du in die meisten sozialen Ausbildungen einsteigen. Beim Erzieher musst du vorher eine Grundausbildung zum Sozialassistenten machen. Wenn du zwischen Erzieher und Ergotherapeut schwankst, mach doch mal die beiden Berufetests und guck, was dabei rauskommt! Von der Bezahlung unterscheiden sich die beiden Berufe nicht groß. Es kommt sowieso nicht nur auf das Geld an, sondern darauf, dass einem der Beruf Spaß macht. Hier noch ein paar Fakten zur Vergütung. Wenn du darauf achtest, dass du eine Erzieherausbildung erwischst, bei der du die Fachhochschulreife bekommst, kannst du nach der Ausbildung immer noch an einer Fachhochschule studieren, z.B. Hortpädagogik und danach mehr Verantwortung übernehmen.

Azubine Maja

Veröffentlicht von

34 Jahre alt, Referentin Jugendkommunikation Online beim DW EKD

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Der WhatsApp-Chat in der Berufsberatung

  2. Hallo ich bin 38 Jahre alt und vom Beruf Notfallsanitäter, ich würde gerne wissen ob ich meinem Beruf die Qualifikation habe um bei einer Fachhochschule Soziale Arbeit zu studieren…

    • Azubine Maja

      Hallo Freddy, die Zugangsvoraussetzungen sind je nach Hochschule anders. Schau doch mal in unserer Ausbildungsstättensuche nach den Ev. Hochschulen, die diesen Studiengang anbieten und für dich infrage kommen, und informiere dich dann auf deren Webseite weiter: http://karriere.diakonie.de/ausbildungsstaetten-suche/. Die Studienberatung vor Ort hilft dir auch gerne weiter. LG, Maja

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