Wir stellen vor: Den kompakten Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit & Diakonie – Pflege und Teilhabe“

Mittlerer Schulabschluss, Krankenpflege-Ausbildung, Psychiatrische Zusatzausbildung, Weiterbildung zur Pflegedienstleitung – Martin (36) hat eine beachtliche Karriere hingelegt. Und jetzt studiert er auch noch den Bachelor „Soziale Arbeit & Diakonie – Pflege und Teilhabe“ an der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie des Rauhen Hauses in Hamburg. So nebenbei – denn hauptberuflich ist er in Vollzeit Geschäftsführer eines Kooperationsverbundes Diakonischer Einrichtungen der Diakonie Hamburg. Wow!

VilleneuveEin berufsintegrierendes Studium neben der Vollzeitarbeit als Geschäftsführer – Martin, wie schaffst du das?

Man braucht ein gutes Zeitmanagement! Man muss gut organisieren können, vor allem nach der Arbeit. Aber bisher ist das gut machbar. Ich bin ja erst ein paar Monate dabei. Ich investiere pro Woche sechs bis acht Stunden ins Studium. Ich muss lernen, habe drei Prüfungen pro Semester, muss Hausaufgaben und so genannte „Hausklausuren“ zu Hause schreiben. Aber ich bin nicht nur am Lernen, es gibt auch noch ein Privatleben. Ich habe Familie, einen 7jährigen Sohn, der darf auch nicht zu kurz kommen. Wenn er schläft, dann lerne ich.

Dein Bachelor-Studiengang heißt „Soziale Arbeit & Diakonie – Pflege und Teilhabe“ – was macht man da so und wie bist du darauf gekommen?

Ich habe erst überlegt, Pflegemanagement oder Sozial- und Gesundheitsmanagement zu studieren, bin dann aber auf diesen Studiengang gestoßen und dachte, das passt noch besser zu meinem Arbeitsumfeld bei der Diakonie. Mir gefällt der große Anteil an Inhalten zum Thema „Planen & Leiten“, also Managementkompetenzen. Reizvoll sind auch die Themen der Sozialarbeit, da ich viel mit Beratung zu tun habe, vor allem rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Natürlich habe ich schon viel Vorwissen aus meiner Weiterbildung zur Pflegedienstleitung und aus meiner Arbeit als Geschäftsführer, für mich ist nicht alles im Studium neu. Aber nachdem ich durch meine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung die Hochschulzugangsberechtigung erworben hatte, wollte ich diese Chance einfach nutzen und studieren! Ich will sogar noch einen Master „Führen und leiten“ dranhängen und vielleicht den Diakon!

Sind da nicht ein bisschen viele Themen in einen Studiengang gepackt? Schließlich gibt es Sozialarbeit, Diakonie und Pflege auch als eigene Studiengänge!

Ich habe den Eindruck, dass sich diese drei Aspekte gut ergänzen. Es gibt viele Schnittstellen, die Trennung der Bereiche ist auch im Arbeitsalltag unscharf. Ich habe zum Beispiel lange in der psychiatrischen Pflege gearbeitet, da berät man auch.

Was machst du im Moment?

Im Moment brüte ich über einer Arbeitsfeldanalyse, das ist meine zweite Hausarbeit. Das heißt, ich beschreibe mein Arbeitsfeld detailliert und reflektiere, wie sinnvoll alles geregelt ist. Passt es gut mit den Bedürfnissen der Klienten zusammen? Wie klappt die Kommunikation im Team? Wenn ich auf Verbesserungsideen komme, wie man z.B. Besprechungen effektiver hinkriegt oder wie man gemeinsame Projekte besser koordiniert, kann ich das auf der Arbeit gleich umsetzen. Ich habe da schon einige konkrete Punkte, die ich angehen will!

Ist deine berufliche Laufbahn eigentlich „typisch Mann“ – so strukturiert und karriereorientiert?

Das kann ich nicht beurteilen! Wir haben jedenfalls im Studium keinen Männerüberschuss, sondern mehr Frauen. Außerdem war das von mir nicht von Anfang an so stringent durchgeplant, es hat sich einfach so entwickelt. Erst wollte ich mich fachlich besser qualifizieren und darüber kommt man dann schnell auf die Frage: Will ich Führungsaufgaben übernehmen? Will ich die Dinge nicht selber gestalten, besser machen?

Wie sind die anderen Studis so?

Sie sind von Anfang 20 bis Anfang 50, bunt gemischt aus der Eingliederungshilfe, der Heilerziehungspflege, es sind Altenpfleger und Krankenpfleger dabei, Leute aus einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung und aus einer Werkstätte für psychisch kranke Menschen. Das ist eine tolle Möglichkeit, sein Netzwerk zu erweitern, zu gucken, wie es andere machen, voneinander zu lernen. Mir macht auch der Studienzirkel Spaß, wenn wir uns privat treffen und gemeinsam lernen.

Kann man sich mit dem Bachelorabschluss in deinem Fach eigentlich nur bei der Diakonie oder auch woanders bewerben?

Man kann sich auch woanders bewerben, man darf ja dann den Titel Sozialarbeiter tragen. Aber mir persönlich ist es schon wichtig, bei der Diakonie zu arbeiten, das ist für mich ein attraktiver Arbeitgeber.

Hast du Tipps für Leute, die sich für deinen Studiengang interessieren?

Man braucht Interesse daran, Beziehungen zu Menschen, professionell zu gestalten, Interesse daran, seine Kompetenzen zu erweitern, und Neugier. Neugier auf neue Arbeitsfelder, neue Impulse. Man braucht Lust am Lernen und am Wissensgewinn, denn dann fällt das Lernen nicht so schwer.

Vielen Dank, Martin Villeneuve! Der Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit & Diakonie – Pflege und Teilhabe“ ist ganz neu und im Rauhen Haus im Oktober 2014 mit 26 Studierenden gestartet. Am 15. März beginnt die Bewerbungsfrist für die nächste Runde mit Studienstart im Oktober 2015. Es sind 28 Plätze zu vergeben – also nichts wie ran! Infos hier.

 

Azubine Maja

Veröffentlicht von

34 Jahre alt, Referentin Jugendkommunikation Online beim DW EKD

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