Praktikum mit schwerstmehrfach und geistig behinderten Kindern

Hallo, da bin ich wieder, und die erste Woche meines dritten und letzten Praktikums, welches ich innerhalb meiner Sozialassistentenausbildung im Evangelischen Johannesstift Spandau absolviere, ist auch schon rum. Für diese acht Wochen habe ich mir eine Wohngruppe für schwerstmehrfach und geistig behinderte Kinder und Jugendliche ausgesucht, da ich auch später gerne in solch einer Einrichtung arbeiten wollte und nun gucke, ob die eher familäre Athmosphäre und Schichtarbeit überhaupt etwas für mich ist.

Schon am ersten Tag wurde ich komplett eingebunden, da wir aus verschiedensten Gründen nur zu zweit waren. Mich hat es nicht gestört, besser als im Weg rumzustehen, so fühlt man sich nämlich häufig als Praktikant, wenn man nichts machen darf. Aber an diesem Tag war das nicht der Fall. An den anderen Tagen änderte sich die personelle Lage zwar nicht wirklich, dennoch fungierten sie eher als Schnuppertage. Bei der Pflege durfte ich begleiten und zuschauen und sonst habe ich mich mit den Kindern dort, die übrigens im Alter von acht bis neunzehn sind, beschäftigt und alle anstehenden Aufgaben erledigt. Am Freitag durfte ich dann schon selbstständig pflegen, es war zwar noch jemand dabei, der mir auf die Finger „starrte“, was mich ganz wuschig machte, weil ich mich geprüft fühlte, dennoch erledigte ich meine Aufgabe doch recht souverän.

Beim Begleiten habe ich festgestellt, dass jeder so seine eigene Vorgehensweise beim Pflegen hat, aber auch generell im Umgang mit den Bewohnern. Wenn ich es bei einem auf die eine Weise gelernt habe und der andere es aber ganz anders macht und ich auch davon überzeugt bin, dass es so richtiger ist – wie mach ich es dann? Man muss halt irgendwie seine Mitte finden. Insgesamt fühle ich mich bisher aber ganz wohl und hab mich gut eingwöhnt. Nun befinde ich mich auf dem Weg zur nächsten Spätschicht und bin gespannt, was mich heute erwartet.

Bis bald, liebe Grüße, Candy

Candy Berlin

Veröffentlicht von

24 Jahre alt, in der Ausbildung zur Sozialassistentin am Evangelischen Johannesstift Spandau

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Dass fast jeder in der Pflege seine eigene Art und Technik hat zu arbeiten ist ganz normal, das ist bei uns im Krankenhaus genauso. Gerade als Schüler oder Praktikant steht man da wirklich immer zwischen den Stühlen, besonders am Anfang..
    Das ganze legt sich aber mit der Zeit, weil man selbst mehr Erfahrung hat und sich seine eigene Technik aneignet. Das Gute daran ist aber auch, dass man so die Möglichkeit hat sich bestimmte Kniffe oder das für einen „beste“ von jedem Kollegen abzuschauen und sich so selbst weiterentwickeln kann. Man muss die beste Lösung für sich selbst finden, solange man alles Fachlich richtig macht is das schon ok 🙂

    Was mich auch interessieren würde ist, wie die Tage in so einer Einrichtung bzw Wohngruppe ablaufen, was man so den „ganzen Tag über macht“. Da ich leider nicht die Möglichkeit haben werden mir das selbst anzuschauen, bis ihc mit meiner Krankenpflegeausbildung fertig bin, wäre das interessant.

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