Das Küken unter den Hennen: Altenpfleger Oliver über Männer in der Pflege (18.3.14)

Oliver 3Guten Morgen alle zusammen,  bald ist es wieder soweit, der nächste „Boys‘ Day“ steht vor der Tür und erwartet junge interessierte Jungs und Männer in allen typischen Frauenberufen. Jeder Junge, der sich für einen sozialen oder medizinischen Beruf interessiert, muss sich damit auseinandersetzen, dass die meisten Kollegen Frauen sein werden. Seit einiger Zeit jedoch ändert sich die Personalstruktur und immer mehr Jungs/Männer entdecken für sich die Vorteile in diesen Berufen und beginnen durch Ausbildungen, Weiterbildungen und Umschulungen ihre Karriere. Ich bin, wie ihr wisst, Umschüler zur Altenpflegefachkraft im Diakonischen Altenpflegezentrum Rudolstadt. In meiner Einrichtung in Rudolstadt gibt es 4 männliche Pflegekräfte/Pflegefachkräfte/Umschüler/Auszubildende und die Tendenz ist steigend.

Aber warum ist das so? Was sind die Vorteile eines männlichen Pflegers gegenüber der weiblichen Pflegerin?

Ich sehe mich gegenüber einer weiblichen Pflegerin klar im Vorteil, was das Heben und Bewegen von korpulenten Bewohnern betrifft. Die soziale Akzeptanz der Bewohner für eine männliche Pflegekraft ist stark gestiegen, da es meist unangenehm für einen männlichen Bewohner ist, sich von einer jungen Frau waschen, ankleiden oder gar eine Windelhose wechseln zu lassen.

Wie ist es für mich unter so vielen Frauen zu arbeiten?

Sehr  angenehm, kann ich nur sagen. Man(n) fühlt sich als  Küken unter lauter Hennen und eine fachliche und soziale Akzeptanz erfährt man als Junge/ Mann in einer großen Frauengruppe zum Teil schneller. Der Blick der Kolleginnen ist ein anderer. Sie freuen sich über männliche Verstärkung in den alltäglichen pflegerischen Tätigkeiten und fühlen sich bei Nachtschichten einfach wohler, wenn ein Junge/Mann mit von der Partie ist und die Schicht bewältigt.

Das Klischee, Frauen sollen in Frauenberufen arbeiten und Männer in Männerberufen, ist seit mindestens einem Jahrzehnt außer Kraft gesetzt worden. Durch die Initiativtage  „Girls‘ Day“ und „Boys‘ Day“ finden sich immer mehr junge Frauen und Männer in den verschiedensten Gruppen der Arbeit wieder. Ob das die Arbeit in der Gastronomie/Küche, die Arbeit im Handwerk, im kaufmännischen, sozialen, pflegerischen oder den medizinischen Bereich betrifft, die Mischung machts. Also Jungs und Mädels, probiert es aus, informiert Euch und schnuppert einfach mal rein, denn ein altes Sprichwort sagt: “ Augen auf in der Berufswahl, sonst hast du später die Qual.“ Bis bald,  Oli

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