Was ist aus ihnen geworden? Teil 4: SozAssi Carsten lernt jetzt Erzieher (10.2.14)

Carsten (heute 24), der euch auf soziale-berufe.com seine Ausbildung zum Sozialassistenten vorstellt, hat danach weitergemacht wie es für SozAssis gedacht ist: mit der Erzieherausbildung (alternativ geht auch Heilerziehungspflege, hier eine Entscheidungshilfe). Die theoretischen Prüfungen hat er schon alle geschafft. In einem Kindergarten absolviert er gerade sein Anerkennungspraktikum. Was er machen will, wenn er im Sommer fertig ist, sagt er euch im Interview.

Hier die anderen Teile unserer Serie: Was ist aus ihnen geworden?

Sozialassistent_Carsten_240Carsten, im Sommer bist du fertiger Erzieher. Weißt du schon, was du dann machen möchtest?

Ja, ich würde gerne in einer heilpädagogischen Tagesgruppe arbeiten. Da wollte ich eigentlich auch schon mein jetziges Anerkennungspraktikum durchführen. Aber das ging aus verschiedenen Gründen nicht, was für mich sehr schade war. Deshalb hoffe ich, dass es nach der Ausbildung dann in diesem Bereich klappt.

Warum möchtest du unbedingt in einer heilpädagogischen Tagesgruppe arbeiten?

Ich habe schon einmal ein sechswöchiges Praktikum in einer solchen Tagesgruppe erlebt. Das hat mich einfach geflasht. Dort habe ich so viele tolle Erfahrungen gemacht. Ich hatte mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen zu tun, die zum Teil kurz vor einem Heimaufenthalt standen. Da konnte ich ganz viel bewirken. Und ich fand es sehr beeindruckend, wie die Kollegen mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch mit mir umgegangen sind. Dort habe mich einfach pudelwohl gefühlt.

Die Arbeit mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen ist doch aber sicher nicht so einfach?

Das stimmt. Aber ich habe gemerkt, dass genau diese Arbeit irgendwie mein Steckenpferd ist. Ich sehe darin eine Herausforderung, und daran wachse ich auch. Deshalb würde ich das liebend gerne weiter verfolgen.

Wie bist du denn überhaupt auf die Idee gekommen, Erzieher zu werden?

Das kam durch mein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten. Und zu diesem FSJ kam ich eher zufällig. Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Bürokaufmann oder Fitnesskaufmann werden. Ich hatte ein paar Probearbeiten, war damit aber sehr unzufrieden. Dann hat meine große Schwester ihr erstes Kind bekommen. Wenn ich das gesehen habe, hat es mich immer total aufgebaut. Meine Schwester hat mir deshalb vorgeschlagen, mit Kindern zu arbeiten. Ich hab dann eine Annonce zum FSJ gesehen und mich beworben. Dann ging alles sehr schnell und ich konnte bald anfangen. So kam ich zum FSJ und zum Erzieherberuf. Mit meiner Geschichte gebe ich gerne auch anderen Jugendlichen Hoffnung, die keinen wirklichen Plan haben: Manchmal reicht ein Zufall. Und vielleicht ein bisschen Ausprobieren.

Was sollte man mitbringen um Erzieher zu werden?

Man muss bereit sein, mit anderen Menschen umzugehen. Das ist ganz wichtig. Und man sollte sehr stressresistent und flexibel sein. Vielleicht auch ein bisschen kreativ. Ich glaube, im sozialen Bereich kann man sich immer weiterentwickeln. Man ist nie „fertig“ und kann immer etwas dazu lernen.

Männliche Erzieher sind immer noch seltener als weibliche. Macht es das für dich schwieriger? Kämpfst du noch gegen viele Klischees?

Teils, teils. Ich würde sagen, grundsätzlich hat man es als Mann sogar ein bisschen leichter in einer sozialen Einrichtung. Viele Frauen sagen, dass sie da und dort wirklich einen Mann brauchen. Die Kinder reagieren auch gut auf Männer. Jede Einrichtung, in der ich war, war froh, mich zu haben. Im Freundeskreis gibt es natürlich immer mal einen lustigen Spruch, aber da steht man drüber. Ich habe allerdings mitbekommen, dass immer mehr Männer eine Erzieherausbildung absolvieren.

Im Sommer hast du 5 Jahre Ausbildung hinter dir: 2 Jahre Sozialassistent, dann nochmal 3 Jahre Erzieher.

Ja, das ist eine lange Zeit. Viele fragen mich auch: Warum machst du das? Du verdienst doch als Erzieher auch nicht so viel Geld. Aber ich mache den Beruf ja nicht wegen des Geldes. Mir geht es darum, etwas zu bewirken, das ist mein Ziel. Da ist mir das Geld ziemlich egal.

Deine letzten theoretischen Prüfungen hast du geschafft. Wie geht es jetzt in den kommenden Wochen für dich weiter?

Diese Woche habe ich ja mein Anerkennungspraktikum begonnen. Dann gibt es noch eine Sichtstunde, die bewertet wird, und eine praktische Prüfung, welche dann Ende Mai stattfinden wird. Am 31. Juli bin ich dann fertig, wenn ich alles bestanden habe.

Dann viel Erfolg für deine letzten Prüfungen und deinen Berufseinstieg, Carsten! Vielen Dank für das Interview!

Azubine Maja

Veröffentlicht von

34 Jahre alt, Referentin Jugendkommunikation Online beim DW EKD

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